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Frühlingsblütenhonig mit leichter Mentholnote?

Kürzlich wurde ich noch auf den sehr gut schmeckenden (aber leider vollständig ausverkauften) Frühlingsblütenhonig angesprochen, der eine leichte Mentholnote besaß. Der Grund hierfür ist ein kleiner Anteil Lindennektar im Honig. Wäre der Anteil größer gewesen, wäre die Mentholnote deutlich in den Vordergrund gerückt. Lindenhonig als reiner Sortenhonig ist meist etwas teurer. Aufgrund des starken Mentholgeschmacks – der übrigens auch den Geschmack von Tee deutlich überlagert – teilen sich die Geschmäcker sehr deutlich auf in Liebhaber und die, die einen großen Bogen um Lindenhonig machen 🙂

Koblenzer Honig

Regionale Produkte liegen im Trend. Selbst Supermärkte bieten inzwischen regional erzeugte Honige vom “Imker vor Ort” an. Preislich liegen diese Honige meist über denen der großen Abfüller, selbst ein Discounter-Bio-Honig ist oftmals günstiger. Worin bestehen dann die Unterschiede, die den Mehrpreis rechtfertigen?

Verarbeitung

Bei mir läuft der Honig aus der Schleuder durch ein Sieb direkt in den Lagerbottich aus Edelstahl. Ich meide – wo immer möglich – Plastikbehälter. Nach zwei bis drei Tagen wird der Honig abgeschäumt, d.h. auftreibende Wachsstücke werden abgeschöpft. Mein Honig enhält somit noch Pollen und auch kleinste Wachspartikel. Sollte der Honig im Lagerbottich einmal fest werden, wird er von mir mit dem für Demeter-Imker zugelassenen Melitherm-Verfahren kurzzeitig erwärmt. Bei diesem Verfahren kommt der Honig nur wenige Sekunden mit der Wärmequelle in Berührung – im Gegensatz zu einem sonst oft üblichen Wärmeschrank oder Heizbottich, in dem der Honig über viele Stunden erwärmt werden muss. Bei der Abfüllung fließt der Honig ohne Druck in das Glas – fertig. Durch den enthaltenen Pollen und die Wachspartikel kristallisiert der Honig irgendwann aus. Je nach Sorte dauert dies nur wenige Tage bis hin zu einigen Monaten.

Bei einer industriellen Abfüllung wird der Honig regelmäßig erwärmt und mit Druck gefiltert – auf diese Weise ist eine schnelle Abfüllung möglich und der Honig bleibt (durch die fehlenden Schwebstoffe, die dem enthaltenen Zucker sonst eine Kristallisation erleichtern) sehr lange flüssig.

Ich persönlich ziehe einen soweit wie möglich unbehandelten Honig vor. Mag es auch manchmal Rückfragen zur Konsistenz des Honigs geben, die ich dann gerne erkläre.

Echter Bienenhonig

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass Bienenhonig von Bienen stammen muss – leider häufen sich jedoch in letzter Zeit Meldungen über den Import von industriell gefertigten Honigen aus China. Diese Honige werden auf einigen Zwischenstationen im Ausland mit Bienenhonig vermischt und als “echter Bienenhonig” importiert und vermarktet. Im Labor lassen sich die Unterschiede nachweisen, sofern die importierten Chargen geprüft werden.

Ich biete ausschließlich den von meinen Bienen erzeugten Honig an.

Bio vs. Ökologisch

Die meisten Bio-Honige tragen auf ihrem Etikett den Hinweis “Aus EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft”. Soll heißen? Der Honig kommt aus Mexiko, Brasilien oder einem anderen nicht näher spezifizierten Herkunftsland. Mit etwas Glück wird das Herkunftsland erwähnt. Ob man nun den Bio-Kontrollen in den jeweiligen Ländern vertrauen möchte und ob ein Transportweg um den halben Globus die Bezeichnung “Bio” verdient, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Für mich bedeutet “Bio” auch, dass die Transportwege zum Verbraucher so kurz wie möglich sein sollten. Das mag nicht bei allen Lebensmitteln funktionieren – bei Honig ist es aber möglich.